pilot impact
Das war unser pilot impact Event
KI hat in den vergangenen Jahren eine enorme Dynamik entfaltet und hinterlässt gleichzeitig noch viele Fragezeichen. Bei unserem pilot impact Event am 3. März 2026 in Hamburg stand genau diese Lücke im Mittelpunkt: Wie wird aus technologischem Hype ein echter Mehrwert für Marken, Organisationen und Teams? Statt abstrakter Zukunftsbilder ging es um konkrete Anwendungsfälle, klare Learnings und die Frage, wie KI im Alltag von Agenturen und Unternehmen Wirkung entfalten kann.
Zum Auftakt ordnete unser CEO Kristian Meinken die aktuellen Entwicklungen ein. Wir sind in den vergangenen Jahren bereits einen weiten Weg gegangen, und das mit einem klaren Verständnis: Es geht nicht um isolierte Produktstrategien, sondern um Partnerschaften, die unsere Organisation nachhaltig weiterentwickeln. Automatisierung, Agentensysteme und neue Tools werden dann kraftvoll, wenn sie entlang realer Unternehmensprozesse gedacht werden. Entscheidend ist, mit welchen Daten Systeme arbeiten und wie diese Datenstruktur gestaltet ist, damit KI sinnvoll unterstützen kann.
Im Zentrum steht dabei konsequent der Mensch. Organisationen brauchen eine Infrastruktur, die sich um Menschen herum entwickelt, nicht umgekehrt. Mit dieser Haltung blicken wir zuversichtlich nach vorn: KI verändert die Spielregeln, doch der Unterschied entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Kultur gestalten.
Mehr als Tech: Warum der Mensch den Unterschied macht
Im Auftaktgespräch diskutierten unsere Geschäftsführerin People & Culture, Judith Scholten, und Stephanie Woesler, Geschäftsführerin von Weischer, mit Moderatorin und pilot Geschäftsführerin Simona Riedel, welche Rolle Menschen im Zusammenspiel von KI und Technologie einnehmen. Die zentrale Botschaft: KI ist nicht nur eine Frage von Tools, sondern eine Frage von Kultur und damit immer auch ein Thema für HR. Für Judith zeigt sich das auf drei Ebenen: Wie offen eine Organisation auf KI reagiert, wie stark Lernbereitschaft und Veränderungskompetenz ausgeprägt sind und wie gut Menschen in den Prozessen mitgenommen werden, die sie heute verantworten.
Bei pilot schaffen unsere Rollen- und Kompetenzmodelle dafür die Grundlage. Statt nur auf Fachwissen zu schauen, rücken Fähigkeiten wie Veränderungskompetenz, Resilienz und die Bereitschaft, Dinge zu hinterfragen, in den Vordergrund. Im Alltag zeigt sich das in einer deutlich engeren Zusammenarbeit von HR, Tech und Fachbereichen. KI-Lösungen werden nicht isoliert entwickelt, sondern gemeinsam, mit klaren Verantwortlichkeiten und neuen Rollenprofilen. Stephanie beschrieb KI als „Co-Worker“, der in Produkten, Prozessen und Entscheidungen an der Seite der Teams arbeitet. Dafür braucht es Vertrauen, Transparenz und ein Bewusstsein dafür, dass unter der sichtbaren Spitze des „KI-Eisbergs“ immer menschliche Themen liegen: unterschiedliche Haltungen, Zielgruppen und der gemeinsame Lernweg. Einig waren sich beide darin, dass KI nur so gut ist wie die Menschen, die sie steuern und dass Experimentierfreude aktuell eine der wichtigsten Kompetenzen ist.
Synthetische Zielgruppen: Von der Theorie zum täglichen Einsatz
Wie schließt man die Lücke zwischen theoretischen KI-Modellen und der praktischen Arbeit in der Marktforschung? Diese Frage stand im Fokus des Talks von unserer Geschäftsführerin Martina Vollbehr und Jonathan Mall, CIO & Co-Founder von Neuroflash. Die beiden erklärten, wie synthetische Zielgruppen funktionieren: KI-generierte Personas, die konsequent auf realen Befragungsdaten basieren. Sie verdichten vorhandene Insights, machen sie simulativ nutzbar und versetzen Teams in die Lage, sich in echte Menschen hineinzuversetzen, ohne diese frei zu erfinden.
Der Mehrwert liegt vor allem in Schnelligkeit und Flexibilität. Mit synthetischen Zielgruppen können Marktszenarien durchgespielt, Hypothesen getestet und Themen exploriert werden, die in klassischen Studien nie abgefragt wurden. Zugleich betonten beide die Herausforderungen: Datenqualität, Datenschutz, Bias und die Frage, wie stabil und belastbar die Modelle sind. Martina machte deutlich, dass Mensch und Maschine hier Hand in Hand arbeiten müssen. Synthetische Zielgruppen ersetzen keine Forschung, aber sie machen diese schneller, tiefer und leichter zugänglich.
Jonathan ergänzte die quantitative Perspektive von Neuroflash: Ziel ist es, Simulationen so nah wie möglich am Verhalten realer Menschen auszurichten. Dafür ist entscheidend, welche Fragen gestellt werden und wie diese in Modellen abgebildet werden. In Tests zeigte sich, dass Werbemittel, die bei synthetischen Zielgruppen besonders gut abschneiden, auch in realen Kampagnen überdurchschnittlich performen. Das Fazit des Talks: Synthetische Zielgruppen können ein kraftvoller Beschleuniger für Insight-Arbeit sein – vorausgesetzt, die Datenbasis bleibt transparent, die Ergebnisse werden kritisch geprüft und strategisches, menschliches Denken bleibt der Ausgangspunkt.




Kreation & KI: Zwischen Hype und Handwerk
Unser Geschäftsleiter Kreation, Stefan Baller, zeigte in seiner Key Note, wie stark Generative AI den kreativen Alltag schon heute verändert. KI ist in der Kreation längst mehr als ein Trend. Sie wirkt als Effizienztreiber, Kostensenker und Hebel für neue Arbeitsweisen. Assets lassen sich in Varianten denken, testen und verfeinern, ohne die Marke dabei aus dem Blick zu verlieren. Wichtig ist, dass die Brand Consistency dabei unverrückbar bleibt: Die Technologie unterstützt, doch die kreative Richtung geben weiterhin Menschen vor.
Gleichzeitig eröffnet GenAI neue Möglichkeiten, Content zu produzieren, insbesondere für Social Media. Dadurch wird Kreation nicht nur effizienter, sondern auch zugänglicher. Die Kehrseite: KI-generierte Inhalte sind überall. Wer allein auf Tempo und Kostenoptimierung setzt, riskiert austauschbare Mittelmäßigkeit.
Stefan formulierte deshalb drei zentrale Aufgaben für Marken: ein klares Profil, das spürbar macht, wofür die Marke steht. Eine konsistente, maschinenlesbare Ausgestaltung mit wiedererkennbaren Codes und „merkwürdige“ Inhalte, die im richtigen Kontext überraschen und im Gedächtnis bleiben. GenAI ist gekommen, um zu bleiben. Ob daraus ein echter Vorsprung wird, entscheidet sich jedoch an der strategischen Markenführung: Menschen definieren die Haltung, die Narrative und die Leitplanken, innerhalb derer KI ihre Wirkung entfalten kann.
SEO, GEO, AEO? Wie KI die Suche neu sortiert
Die Welt der Suche verändert sich rasant: mit klassischen Suchmaschinen, neuen Formaten und KI-basierten Sprachmodellen. Im Panel diskutierten Nadine Portela, Direktorin Beratung Media, und Torsten Köhler, Direktor MediaLab Performance bei pilot, gemeinsam mit Johannes Goizueta, Geschäftsführer von unserem Joint Venture Making Science Germany, was diese Entwicklung für Marken bedeutet. Klar wurde: KI-basierte Sprachmodelle werden vor allem von jüngeren Zielgruppen intensiv genutzt. Gleichzeitig bleibt die Bedeutung von Google hoch, denn insgesamt wächst die Anzahl an Suchanfragen.
Für Marken bringt das ein neues Spannungsfeld mit sich. Immer mehr Entscheidungen werden direkt in Chats vorbereitet, während messbare Klicks auf Websites zurückgehen. Das Interesse an Produkten ist weiterhin da, doch Teile der Customer Journey verlagern sich in Bereiche, die sich mit heutigen Tools nur begrenzt messen lassen. Um AEO (Answer Engine Optimization) und GEO (Generative Engine Optimization) datenbasiert zu bewerten, lassen sich bereits heute erste KPIs heranziehen, etwa zur technischen Lesbarkeit von Inhalten oder zur Sichtbarkeit in Antworten von KI-Systemen. Welche Informationen dort erscheinen, hängt maßgeblich davon ab, welche Inhalte Marken bereitstellen und wie konsistent diese gepflegt werden.
Torsten und Johannes machten deutlich, dass Unternehmen das Thema intern verankern und klare Verantwortlichkeiten definieren sollten. LLMs greifen auf eine Vielzahl von Quellen zu, von Websites über Feeds bis hin zu strukturierten Daten. Diese Vielfalt lässt sich nicht in einem einzelnen Fachbereich steuern, sondern erfordert eine fachübergreifende Zusammenarbeit. Die gute Nachricht: Auch wenn das Feld neu ist, lässt es sich auf bestehenden SEO- und Content-Strukturen weiterentwickeln. Wer früh beginnt, Inhalte KI-gerecht aufzubereiten, schafft die Grundlage dafür, dass Marken auch in der Suche der Zukunft sichtbar bleiben.




KI braucht Haltung und Menschen, die sie gestalten
Zum Abschluss des Tages zogen Lisa Schuhmann und Simona Riedel, Moderatorinnen des Events und pilot Geschäftsführerinnen, ein klares Fazit: Der rote Faden aller Beiträge war der Mensch. KI liefert Möglichkeiten, Daten, Tempo und Reichweite, doch die Verantwortung für Entscheidungen bleibt weiterhin bei Menschen und Teams. Der Auftrag für Organisationen lautet, Mitarbeitende zu befähigen, mit der Technologie souverän umzugehen, statt sie als Bedrohung zu erleben.
Beim Event wurde über alle Beiträge hinweg deutlich, dass KI ein Werkzeug ist, um Marken weiterzuentwickeln, aber es immer Menschen braucht, die mit dem Werkzeug arbeiten. Der Weg geht weiter und lebt vom Austausch. Wir freuen uns, diese Entwicklung gemeinsam zu gestalten und aus Buzzwords konkrete Business-Cases zu machen. Bis zum nächsten Mal!